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20.02.2018 11:31 Alter: 268 Tage

Phänomenologie, Neugierde & Gestalt in Beratung und Therapie

Gestaltsalon-Abend mit Dr. Gesa Gorden am 20. April 2018, um 19:30 Uhr


„Phänomenologie ist Wesensforschung" schreibt Merleau-Ponty in seiner Phänomenologie der Wahrnehmung. Von diesem Gedanken aus wollen wir uns im kommenden Gestalt-Salon ein Stück weit auf den Weg machen, das Wesen der Neugierde zu erforschen und erkunden, welche Rolle sie in Beratung und Therapie spielen kann. 

Ausgehend von einigen Gedanken Edmund Husserls, dem Begründer der Phänomenologie,  Maurice Merleau-Ponty und seinen Überlegungen in der Phänomenologie der Wahrnehmung sowie Ideen von Aron Gurwitsch zum Bewußtseinsfeld  schauen wir, wo die Neugierde ihren Platz haben kann. Auch vor dem Hintergrund, dass sie im wissenschaftlichen Kontext lange Zeit fast gar nicht oder negativ betrachtet wurde.

Uns hingegen erscheint sie als immanent wichtig, um der Welt offen begegnen und sie so auch selbst erfahren zu können. Zeichnet sich Neugierde doch durch ein Gerichtet sein auf etwas aus, von mir als Mensch ausgehend. Und: phänomenologisch betrachtet steht sie in unmittelbarem Zusammenhang mit meinem subjektiv erlebten Erfahrungsraum. 

Recht leicht lässt sich bei Kindern eine ludische (spielerische), ungerichtete und offene Neugierde beobachten: Um den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern, werden alltägliche Routinen einfach außer Kraft gesetzt. 
Wird hingegen, je mehr Erfahrungen wir sammeln, unsere Neugierde umso gerichteter und pragmatischer? Beispielsweise wenn ich mich neugierig an etwas beteilige, um ein Problem zu lösen? Oder, eben auch nicht? Und, welche Bedeutung kann dies im beraterischen oder therapeutischen Kontext haben?
Ebenso spannend ist die Frage, wie ungerichtete, nicht „pfadabhängige" Neugierde möglich sein kann; so etwas wie bewusst eingesetzte Neugierde, die geltende Überzeugungen einklammert.

Mit Martin Buber wollen wir auch streifen, ob es Neugierde für Begegnung braucht. Und, wenn Begegnung so etwas wie Grenzüberschreitung ist, welche Rolle spielt hierbei die Neugierde? Wie gestaltet sich hieraus eine „gute“ Begegnung? Heißt es neugierig zu sein sich zu „outen“, verletzlich oder angreifbar zu werden? Setzt die Neugierde Bescheidenheit voraus, weil sie etwas noch nicht weiß? Oder ist die Neugierde ein zumindest gefühlter Widerspruch aus Grenzüberschreitung und (noch) nicht wissen? Schließlich: „sucht" die Neugierde Antworten, oder findet sie eher welche und wenn, worauf?

Nach einleitenden Gedanken (Gesa Gordon) und Fragen aus gestalttherapeutischer Sicht (Gabriele Blankertz) möchten wir den Salon in einen offenen Dialograum verwandeln und gemeinsam erkunden, was die Neugierde (noch) auszeichnet.

Dr. Gesa Gordon, Dr. Phil., Organisationsberaterin, www.gesagorden.de